Luftaufnahmen-Obergoms-038
Dorfleben-Obergoms-016
Aarenast-045

Geschichte der Gemeinde Obergoms

Die Gemeinde Obergoms entstand im Januar 2009 aus der Fusion der Gemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen.

Hier ein Auszug aus dem Beschluss betreffend den Zusammenschluss der Einwohner- und Burgergemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen vom 13. März 2008.

Der Grosse Rat des Kantons Wallis eingesehen den Artikel 26 der Kantonsverfassung; eingesehen das Gesetz über die Organisation der Räte und die Beziehungen zwischen den Gewalten vom 28. März 1996; eingesehen das Gemeindegesetz vom 5. Februar 2004; eingesehen die Verordnung über Gemeindefusionen vom 8. Juni 2005; eingesehen das Gesetz über die politischen Rechte vom 13. Mai 2004; eingesehen den Vorentscheid des Staatsrats vom 17. Oktober 2007; auf Antrag des Staatsrates beschliesst:

Art. 1
1 Die Einwohnergemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen werden unter dem Namen "Einwohnergemeinde Obergoms" zu einer einzigen Gemeinde zusammengeschlossen.
2 Die Gebiete von Oberwald, Obergesteln und Ulrichen bilden das neue Gebiet der Einwohnergemeinde Obergoms.

Art. 2
1 Die Burgergemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen werden unter dem Namen "Burgergemeinde Obergoms" zu einer einzigen Burgergemeinde zusammengeschlossen.
2 Die Burger der früheren Burgergemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen werden von Rechts wegen Burger der neuen Burgergemeinde Obergoms.

Art. 3
Der Zusammenschluss der drei Einwohner- und Burgergemeinden Oberwald, Obergesteln und Ulrichen tritt am 1. Januar 2009 in Kraft.

Die Geschichte der Gemeinde Oberwald

  • Vom Hasilital herkommend errichteten die Alemannen ihr erstes Dorf im Goms in "Wald" (heutiges Oberwald). 
  • Die Talschaft Geren schliesst sich 1799 mit Unterwassern zusammen und Unterwassern schliesst sich 1838 mit Oberwald zusammen.
  • Wiederholte Überschwemmungen (letztmals 1834) führten zur Korrektur der Rhone und Goneri sowie zum Zusammenschluss der Gemeinden Unterwassern und Oberwald.
  • Bau der Barockkirche im Jahre 1710.
  • Bis 1838 bestand das heutige Dorf Oberwald aus folgenden drei selbständigen Gemeinden: Wald, Unterwassern und Geren. Durch diesen vorwiegend solidarischen Zusammenschluss stieg die Gemeindefläche auf 9'794 ha an.
  • 1859 zählte Oberwald 326 Einwohner. Um die Jahrhundertwende kam es vor allem aus Existenzgründen zum grossen Exodus nach Amerika.
  • 1915 Eröffnung der Bahnstrecke Oberwald-Brig durch die Furka-Oberalp-Bahn.
  • 1948 Gründung des Ski-Clubs Obergoms.
  • 50er-Jahre: Eröffnung des ersten Hotels. Beginn der touristischen Entwicklung. Das Wort „Tourismus" war vorher ein absolutes Fremdwort. Bis Ende der fünfziger Jahre existiert in Oberwald nur ein Hotel. 

Die Geschichte der Gemeine Obergesteln

  • 1211 und 1419 fielen die Berner ins Wallis ein und plünderten das Dorf.
  • Am 18. Februar 1720 wurde das Dorf von einer grossen Lawine verschüttet.
  • Im September 1868 zerstörte eine grosse Feuersbrunst grosse Teile des Dorfes. Für den Wiederaufbau erhielten die Einwohner Unterstützung vom Kanton und von Tessinern aus Gurin. Viele junge Leute wanderten in dieser Zeit nach San Francisco aus, um dort einen Job zu finden und ein neues Leben aufzubauen.
  • Als erste Lichtblicke in der Arbeitsbeschaffung galten der Bau der Furka-Oberalp-Bahn und der Furkastrasse.
  • Die Gemeinde Obergesteln und die Talschaft Geren gehörten während Jahrhunderten den mächtigen Herren Am Hengart, oder de Platea, von Ernen und Mühlebach.
  • Die Herren von Ernen verkauften 1405 auf dem Schloss Majoria in Sitten.
  • Die ganze Talschaft Geren. Sie wurde von Bewohnern der Nachbargemeinden gekauft, die durch ihre Bauernzunft bald eine äusserst prozessfreudige und wehrhafte Gemeine wurde, aber nur für kurze Zeit.
  • Nach dem Einfall der Berner, die von Witschard von Raron gerufen wurden, waren die ge-beutelten Bewohner gezwungen, das Tal an die drei Zenden Brig, Visp und Raron zu verkaufen.
  • Von 1440 an wählten die drei Bezirke am Gerentag in Visp abwechselnd einen Amann als Verwalter und Richter des Tales. Nach der Franz. Revolution und deren Einfluss auf die Regierung ging das Freigericht Geren unter.
  • Nun begann die Gemeinde Obergesteln mit ihrem Besitz in Geren. Das Tal ging durch Kauf und Tausch an die Bewohner von Unterwassern, die die Güter um das Gerendorf erwarben, während die Gemeinde Obergesteln sich für die klimatisch günstig gelegenen Alpen und das Gerental interessierten. Von dieser Zeit stammt der Besitz der Gemeinde Obergesteln in Geren. Somit gehört zur Geschichte des Dorfes Obergesteln auch diese Ausfahrt ins südöstliche Gerental, wo die Obergestler alljährlich ihre Rinderherde mit sichtlichem Besitzerstolz sömmern.

Die Geschichte der Gemeinden Ulrichen

  • «Uerliche» gilt als das älteste Dorf des Obergoms.
  • In Ulrichen, das 1235 «Ulrighingen» geheissen hat, stand die Wiege des Landeshauptmannes (1532-33) Gilg Imahom (548), der die Walliser bei Marignano und im Kappelerkrieg führte.
  • Ulrichen ist das Morgarten und das Sempach des Wallis. Ein steinernes Kreuz erinnert an die beiden Freiheitsschlachten 1211 und 1419.
  • 1815 vernichtete eine Feuersbrunst 13 Firsten im Dorfkern.
  • Um 1900 dienten etwa 25 Gommer in der päpstlichen Schweizer Garde zu Rom: die Ulricher waren dabei besonders stark vertreten. 1878 waren es etwa zehn Ulricher.
  • Zwischen 1950 und 1960 wanderten ca. 20 % der Bevölkerung nach Übersee aus.
  • Pfarrei: Eine Kapelle zu Ehren des heiligen St. Niklaus war 1334 bekannt (Wallfahrtsort); ein Rektorat bestand von 1720 an und seit 1868 ist Ulrichen eine eigene Pfarrei. Die neugotische Pfarrkirche stammt aus dem Jahre 1895.
  • Handelsweg Gries-Grimsel: „Zum Loch“ beherbergte einst eine Suste an der damals be-deutenden Passstrasse Grimsel-Gries. Der Griespass war bis ins 14. Jh. ein viel benutzter Pass.
  • Mit dem Bau der Gotthardbahn 1882 wurde es stiller um diese internationale Verbindung.

Der Nufenenpass

Der Nufenenpass dient seit der Frühgeschichte als Verbindung vom Wallis ins Tessin. Der auf 2’478 m ü. M. gelegene Pass führt von Ulrichen im Goms durch das Aeginental zwischen Nufenenstock (2’868 m ü. M.) und Pizzo Gallina (3’060 m ü. M.) ins Bedrettotal.

Bis zur Eröffnung der Autostrasse im Jahr 1969 führte nur ein Naturweg über den Nufenen. Der Pass war aber stets gut begehbar und wurde für den Pferde- und Rinderhandel sowie für den Käseexport oft von der Grimsel her als Zugang zur Gotthardroute benutzt. Den Wallisern diente der Nufenen zudem als Ausweichroute für den Simplon, den Albrun oder den Griespass für Salzimporte im 18. Jahrhundert.

Heute führt eine Postautoroute über den Nufenen und bringt Touristen aus aller Welt ins Gebiet. Von der Passhöhe aus bietet sich nach Norden ein herrlicher Blick auf die Berner Alpen mit dem Finsteraarhorn. Richtung Süden blickt der Gast auf den fünf Kilometer langen Griesgletscher.

Der Furkapass

Der Furkapass verbindet auf einer Höhe von 2’436 m ü. M. das Urserental im Kanton Uri mit dem Bezirk Goms im Kanton Wallis. Auf 2’272 m befindet sich auf der Westseite des Passes das Hotel Belvédère und der Zugang zum Ende des Rhonegletschers. Vor zwei Jahrhunderten reichte der Gletscher noch bis nach Gletsch. 

Bis 1981 überwanden die Menschen den Furkapass mit der Furka-Oberalp-Bahn. Auf einer nicht wintersicheren Zahnradstrecke und einem Scheiteltunnel auf über 2’100 m ü. M ging es damals von Disentis nach Brig. Mit der Eröffnung des Basistunnels wurde die Bergstrecke dann stillgelegt. Der Autoverlad durch den Basistunnel bot ab sofort einen wintersicheren Transport von Realp (UR) nach Oberwald (VS). Der Rückbau der Passstrecke konnte jedoch von Eisenbahnfreunden verhindert werden. Die Bahn wurde von der Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG übernommen und 1992 als Museumseisenbahn wiedereröffnet. 

1964 wurden auf dem Furkapass einige Filmszenen des James-Bond-Films Goldfinger gedreht. Die Szenen in der Schweiz gelten heute als Klassiker der Bond-Geschichte.

Im westlichen Talort Gletsch verzweigt sich die Strasse zum Grimselpass.

Der Grimselpass

Der Grimselpass liegt 2’165 m ü. M. auf der europäischen Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Nordsee. 

Zahlreiche Fundstücke weisen darauf hin, dass bereits im Altertum römische und keltische Berggänger den Grimselpass überquerten. Im 19. Jahrhundert entstand dann eine Hochalpenstrasse, die im Sommer eine beliebte Strecke für Motorrad- und Radfahrer ist. Die Verbindung vom Berner Oberland ins Wallis bietet eine wunderbare Aussicht auf das Goms und den höhergelegenen Furkapass sowie die Walliser Alpen. 

Auf der Südseite von Oberwald her führt die Strasse steil hinauf durch einen Fichtenwald bis nach Gletsch. Bei der Waldgrenze angekommen, zweigt die Furkastrasse in die Grimselpassstrasse ab. In gleichmässigen Serpentinen verläuft die Route weiter bis zur Passhöhe. Auf der Nordseite der Grimsel beginnt die Passstrasse im Haslital. Von Guttannen geht es rund sechs Kilometer bis nach Handegg. Ein Zwischenstopp  hier lohnt sich. Eine Fahrt mit der steilsten Standseilbahn der Welt zum Gelmersee ist ein Erlebnis, das Sie bestimmt nicht so schnell vergessen. Nach einem Abstecher zum Gelmersee verlassen Sie Handegg und fahren hoch bis zum Räterichsbodensee. Weiter geht es entlang des Sees und anschliessend in Serpentinen hoch zum Hospiz am Grimselsee. Von hier sind es nur noch sechs Serpentinen bis zur Passhöhe wo Sie drei Hotels, ein kleiner Stausee und der Totensee vorfinden.

Oberwald

Der Name Oberwald kommt von "Wald - Über dem Wald" und trägt im ersten Wappen aus dem Jahre 1786 ein "W" in einem Herz mit überhöhtem Kreuz, was Wald bedeutet. Das Dorf wird erstmals 1419 urkundlich erwähnt.

Obergesteln

«Obergesteln», vom lateinischen «Castellum superius» (befestigter Stützpunkt) hergeleitet, ist ein Kind der römischen Präsenz. An der wichtigen Verkehrslinie Haslital-Grimsel-Obergesteln-Griesberitalien (die Strecke ist heute als Wanderweg gut markiert) gelegen, erhielt das Dorf eine grosse Bedeutung als Umschlagplatz.

Ulrichen

«Uerliche» gilt als das älteste Dorf des Obergoms. und liegt auf 1346 Meter über Meer am Fusse des Nufenen- und des Griespasses.

Die Alpenpässe

Der Nufenenpass
Übergang vom Wallis ins Tessin. Der 2478 m hohe Pass führt von Ulrichen im Goms durch das Aeginental zwischen Nufenenstock (2868 m) und Pizzo Gallina (3060 m) ins Bedrettotal.

Der Furkapass
Der Furkapass verbindet auf einer Höhe von 2436 m ü.M. das Urserental im Schweizer Kanton Uri mit dem Bezirk Goms im Kanton Wallis. Auf ihm verläuft die Europäische Wasserscheide.

Der Grimselpass
Die Grimselpasshöhe liegt auf 2 165 mü.M. auf der europäischen Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Nordsee. Der Grimselpass wurde bereits im Altertum von römischen sowie keltischen Berggängern überquert, worauf zahlreiche Fundstücke hinweisen.